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Deutsche Gesellschaft für Kinesiologie
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Spiralik - BewusstSeinsEntwicklung

Ein Konzept der komplementärtherapeutischen Methode Kinesiologie

Dominik SchenkerDie SpiraliK ist ein kinesiologisches Konzept, also ein bestimmtes Vorgehen, mit welchem kinesiologische Balancen durchgeführt werden können, wie z. B. Touch for Health. Das Konzept mit spezifischen Ausgleichstechniken basiert auf einem eigenen Modell, welches den Fokus auf die Natur des Bewusstseins legt. In einem Satz lässt sich das Vorgehen wie folgt beschreiben: „Mit SpiraliK differenzieren wir negative Lebenserscheinungen Schritt für Schritt in ihre positiven Bestandteile und integrieren sie nach und nach zu einem neuen Ganzen.“

Die Entwicklung der SpiraliK begann im Frühling 1996, als ich meine unterschiedlichen Bewegungserfahrungen als Leistungssportler, Sportlehrer, Physiotherapeut, Kinesiologe und Spiraldynamiker in einem einheitlichen Bewegungsmodell zusammenführen wollte. Auf der Suche nach diesem Modell habe ich mich im Wesentlichen an Grundlagen aus 5 Bereichen orientiert:

1. Energiemodell der 5 Wandlungsphasen aus der TCM:
Dieses zeigt die Grundprinzipien von Bewegungen aus einer energetischen Perspektive auf.

2. Spiraldynamik® als Modell für menschliche Bewegungskoordination:
Dieses zeigt auf, dass sich Anatomie und Funktion spiralförmig organisieren, woraus sich naturgemässe Bewegungsmuster ableiten lassen.

3. Lebensmodell von Fritjof Capra:
Sein übergeordnetes Modell gliedert Leben in den drei Kriterien Organisationsmuster, Struktur und Erkenntnisprozess.

4. Spiral Dynamics® als Modell der Entwicklung:
Dieses zeigt auf, wie Entwicklungsprozesse stereotypen Abläufen folgen und sich auf der Basis von Werten auf unterschiedlichen, aufeinander aufbauenden Ebenen organisieren.

5. Integrales Modell von Ken Wilber:

Die gedankliche Vernetzung und praktische Anwendung dieser Grundlagen in der Klientenarbeit hat über 20 Jahre zum Modell und Konzept der SpiraliK geführt. Zentrales Element ist das Teilmodell Entwicklungsspirale, welches aus einer Verschmelzung der 5 Wandlungsphasen mit den 5 Spiraldynamischen Prinzipien entstanden ist. Auf der Basis von gemeinsamen dynamischen Merkmalen vereinigt es eine anatomisch-funktionelle mit einer energetisch-geistigen Perspektive. Die dadurch entstehende methodische Brücke verbindet körperliche, seelische und geistige Alltagswahrnehmungen auf einer einheitlichen Ebene und ermöglicht substanzielle Erkenntnisse zu aktuellen Entwicklungsprozessen.

Daraus lässt sich ein einheitliches Modell für natürliche Bewegungsprozesse mit 5 Kriterien ableiten:

1. Spiralformen als Bewegungsmuster:
Bewegungen organisieren sich spiralförmig in Lemniskaten, Wirbel, Tori, Wellen oder Helizes (symbolisiert im SpiraliK-Logo).

2. Dynamik als Perspektive:
Bewegungsprozesse lassen sich auf ihre dynamischen Qualitäten zurückführen, wodurch sich auch unterschiedliche Ebenen miteinander in Beziehung setzen lassen wie physische, emotionale, mentale und spirituelle; funktionelle und strukturelle oder innere und äussere.

3. Beziehung als Funktionseinheit:
Bewegungen werden als Beziehungsprozesse verstanden. Durch gezielte Perspektivenwechsel und überlagern von verschiedenen Ebenen gelingt es, die Interaktion von Beziehungspolen ganzheitlich zu verstehen.

4. TeilGanze als Netzwerkelemente:
Ein Bewegungssystem besteht aus verschachtelten TeilGanzen Elementen. Diese bilden einerseits eine Ganzheit, die aus verschiedenen Teilen besteht, andererseits sind sie selber auch Teil eines übergeordneten Ganzen.

5. Gleichgewicht als Qualitätskriterium:
Die Bewegungsqualität wird durch das dynamische Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Teilen des Bewegungssystems bestimmt.

Die grundsätzliche Ausrichtung dieses Bewegungsmodells hat mich zur Erkenntnis inspiriert, dass sich dieses auch als Basis des Bewussteins interpretieren lässt, dass also die polare Ausdrucksform des Bewusstseins letztlich pure Bewegung ist, die sich nach diesen Kriterien organisiert. Daraus lässt sich ein Bewusstseinsmodell ableiten, welches wiederum auf 5 Kriterien beruht:

1. Natur & Leben: Die Natur wird als lebendiges System verstanden, das sich in ständiger Entwicklung befindet – der Mensch entwickelt sich nach den gleichen Grundsätzen mittendrin.

2. Muster & Strukturen: Wellen, Spiralen und Wirbel bilden das gemeinsame Organisationsmuster natürlicher Funktionsabläufe und Strukturen.

3. Entwicklung & Gleichgewicht: Teile differenzieren sich durch Interaktion mit andern Teilen und integrieren sich zu einem übergeordneten Ganzen, wodurch ein Fliessgleichgewicht aufrecht erhalten wird, das zu zunehmender Erkenntnis und Komplexität führt (Bewusstseinsentwicklung).

4. Störungen & Blockierungen: Stress kann die Entwicklungsqualität beeinträchtigen und den kontinuierlichen Prozess stören. Daraus können sich Blockierungen mit erhöhten Spannungen entwickeln, die zu beeinträchtigten Körperfunktionen und -strukturen führen.

5. Ausgleich & Selbstregulation: Durch eine spezifische Anregung der Selbstregulation kann die Spannung der Blockierung genutzt werden, um das System neu zu ordnen und den blockierten Entwicklungsprozess wieder in Gang zu setzen.

Die Abbildungen zeigen lebendige Strukturen in der Natur und beim Menschen: Der stetige Fluss von Materie oder Energie durch ein Organisationsmuster führt zu stabilen, spiralförmigen Strukturen. Wird dieser Fluss durch Stresserfahrungen gestört, so verändert sich die spiralige Organisation, die Spannung im System steigt und die weitere Entwicklung wird beeinträchtigt. Beim Menschen ist dies einfach nachvollziehbar: Wir sind auf regelmässige Stoffwechselaktivitäten angewiesen: Zufuhr von Sauerstoff, Flüssigkeit und Nahrung sowie Ausscheidung von CO2 und anderen Stoffwechselprodukten. Gleichermassen brauchen wir z. B. Liebe und Anerkennung, Sicherheit und Freiheit oder einen intakten Fluss von Gefühlen, Gedanken und Handlungen, um das Leben gesund und ausgeglichen zu gestalten. Stress entsteht – bewusst oder unbewusst – wenn dieser notwendige Fluss aus subjektiver Sicht bedroht ist, sodass sich das System gezwungen fühlt, mit Kampf oder Flucht zu reagieren, um den Fluss wieder herzustellen. Häufig gelingt dies nicht vollständig oder verstärkt das Problem sogar zusätzlich, sodass sich Stresserfahrungen im Körper anreichern und das System sich immer mehr von seiner optimalen spiraligen Organisation entfernt. Diese bildet somit das gemeinsame Muster hinter den drei unterschiedlichen Ebenen Körper, Geist und Seele. In der Körpersprache äussert sich das Persönlichkeitsmuster in einer verdichteten, strukturellen Form als Haltung, während ihr funktioneller Ausdruck im Bewegungsverhalten sichtbar wird.

Beispiel eines kinesiologischen Sitzungsablaufs mit SpiraliK:

1. Ausgangslage:
Die Klientin beschreibt ihre aktuelle Situation bzw. ihr Anliegen für die Sitzung: Unklarheit bzgl. einer persönlichen Entscheidung am Arbeitsplatz, sie fühlt sich diesbezüglich von der Chefin schlecht unterstützt. Knieschmerzen, vorallem beim Treppensteigen.

2. Entwicklungsprofil:
Dieses nutzen wir, um aus dem unendlich komplexen Beziehungsgefüge der Klientin die aktuell relevanten Aspekte herauszufiltern. Mittels 5 Kriterien erheben wir nach Bedarf einen dynamischen Entwicklungsstatus und beantworten die 5 klassischen W-Fragen in Bezug auf ihre aktuelle Situation. Die Vernetzung mit der Ausgangslage zeigt Hintergründe und Zusammenhänge von Beeinträchtigungen und Blockierungen auf, die zu wesentlichen Erkenntnissen führen:

2.1 Was? Beziehungsraster:
Damit bestimmen wir die Art der wirkenden Beziehung. Diese zeigt sich sowohl innen (Beziehung zu sich selber) wie nach aussen (Beziehung zu andern). Die Überlagerung beider Ebenen ermöglicht interessante Erkenntnisse bzgl. der wirkenden Antriebskräfte. Unter Stress spalten sich die Beziehungspole in je eine Über- (+) bzw. Unterenergie (-). Durch eine Kombination der Pole ergeben sich 4 blockierte Beziehungen: +/– Abhängigkeit, +/+ Konflikt, –/+ Vermeidung, –/– Resignation. Unsere Klientin wählt über den Muskeltest +/+, also die Beziehung Konflikt.

2.2 Wie? Entwicklungsspirale:
Damit definieren wir die Dynamik der beteiligten Pole, um die Natur der Antriebskräfte und ihren Bezug zur Lebenssituation zu erkennen. Unsere Klientin wählt für ihre Konflikt-Beziehung die Farben Grün–Gelb. Es gibt also einen Persönlichkeitsteil, der (zu)viel Energie in das Wachstum eines bestimmten Aspektes legt (dominantes Grün). Diese Ausrichtung bedroht aber in ihrer Dominanz gleichzeitig einen anderen Persönlichkeitsteil im Gelb, welcher dadurch seine bisherige Identität zu verlieren droht, sodass er sich gegen die Wirkung von Grün wehren muss (dominantes Gelb). Das System befindet sich somit in einem Konflikt zwischen seinem Wachstumsbedürfnis und der Erhaltung seiner Identität.

2.3 Wer? Entwicklungsebenen:
Entwicklungsprozesse schrauben sich spiralförmig hoch, je höher bzw. differenzierter die Ebene ist, desto mehr verschiedene Anteile werden in eine Persönlichkeit integriert, visualisiert in den zunehmenden Radien der Spiralkurven. In Stresssituationen identifizieren sich Personen mit unterschiedlichen Ebenen ihrer Persönlichkeit und folgen deshalb konkurrierenden Werten. Mit dem Muskeltest bestimmen wir die Ebenen bzw. Werte, aus denen die beteiligten Pole agieren. Bei unserer Klientin testen wir die Werteebenen „Erfolg“ versus „Gemeinschaft“.

2.4 Wo? Entwicklungssysteme: Hier ordnen wir die Beziehungspole ihrem typischsten Vertreter im System zu, sodass die innere und äussere Beziehung konkret fassbar wird. Bei unserer Klientin testen wir für die inneren Pole Unterschenkel (Grün) und Oberschenkel (Gelb), es geht also um die Beziehungseinheit Kniegelenk. Der äussere Pol wird beispielhaft in ihrer Chefin sichtbar. Die Überlagerung der Beziehungen zeigt auf, dass die innere, schmerzhafte Beziehung zwischen den Kniegelenksanteilen hinsichtlich ihrer Dynamik der äusseren, konflikthaften Beziehung zu ihrer Chefin entspricht.

2.5 Warum? Klientenerfahrung: Durch die Vernetzung der 4 bisherigen, objektiven Kriterien mit der subjektiven Lebenswelt der Klientin entsteht ein lebendiges Bild der Situation, sodass offensichtliche Zusammenhänge zwischen der Ausgangslage und dem Entwicklungsprofil spürbar werden. Die Treiber für die Blockierung werden sichtbar und zeigen gleichzeitig den Weg in eine neue Entwicklungsrichtung auf. Unsere Klientin erkennt ihren inneren Konflikt zwischen einem beruflichen Aufstieg (Grün/Wachstum/Erfolg/Unterschenkel) und dem Verbleib im bisherigen Team, in dem sie sich sehr wohl fühlt (Gelb/ Identität/Gemeinschaft/Oberschenkel). Ihr Konflikt mit der Chefin, von der sie sich im Hinblick auf ihre Karriere zuwenig unterstützt fühlt, widerspiegelt dabei ihren eigenen Anteil, der zu Gunsten des guten Arbeitsklimas im bisherigen Team lieber auf einen Wechsel zu Gunsten eines beruflichen Aufstiegs verzichtet. Die Rolle der Chefin steht also lediglich im Widerstand zu dem (eher bewussten) Teil der Klientin, der sich mit Grün/Wachstum/Erfolg/Unterschenkel identifiziert, unterstützt hingegen ihren (eher unbewussten) Teil, der die Optik von Gelb/Identität/Gemeinschaft/Oberschenkel vertritt. Das blockierte Muster der Klientin basiert auf unverarbeiteten Erfahrungen, die eine Unvereinbarkeit von persönlichem Erfolg und Gemeinschaft suggerieren. Je nach Situation identifiziert sie sich mehr mit dem einen oder dem andern Persönlichkeitsanteil, der jeweils andere rückt in den Hintergrund bzw. ins Unterbewusstsein und erscheint wieder als innerer und äusserer Widerstand.

Im ausgeglichenen Fall würden sich die beiden Gelenkspole gegenseitig unterstützen, es entstünde eine WinWin-Situation: Grün stabilisiert sein Wachstum, indem es sich mit Gelb in Beziehung setzt, dieses wiederum kann durch den Wachstumsimpuls von Grün seine Identität bewegen. So würden beide Pole ihre eigentliche, positive Qualität wahrnehmen und das Gelenk würde als ausgeglichene Beziehungseinheit gut funktionieren. In Stresssituationen wie im Konflikt unserer Klientin werden die jeweiligen Gegenpole hingegen negativ wahrgenommen. Statt dass sie die ursprüngliche Natur des Gegenübers erkennen, verwechseln sie diese mit der Auswirkung auf ihren eigenen Standpunkt: Aus der Optik von Grün (Erfolg) wird Gelb nicht als Gemeinschaft interpretiert, sondern als negativer Einfluss auf den Erfolg, also Misserfolg. Umgekehrt erscheint aus der Sicht von Gelb (Gemeinschaft) Grün nicht als Erfolg sondern als Gegenteil von Gemeinschaft, z. B. Einsamkeit. Der Knieschmerz ist somit Ausdruck der entstehenden Turbulenz beim Versuch des Gelenks, Misserfolg und Einsamkeit zu verhindern. Unter den blockierten Umständen bildet sich ein Teufelskreis, in dem sich das Ziel umso weiter entfernt, je mehr Energie in das Vorhaben investiert wird. Stabilität äussert sich so mit der Zeit als Bewegungseinschränkung und Beweglichkeit als Instabilität. Akzentuiert wird das Bild durch die Tatsache, dass der Schmerz vor allem beim Treppensteigen auftritt, symbolisch kann dies als Ausdruck des beruflichen Aufstiegs interpretiert werden.

3. Lösungsansatz: Die Lösung besteht darin, dass sich die beiden Pole an die ursprüngliche Natur ihrer Beziehung erinnern, die in der Tiefe der Persönlichkeit noch immer wirksam ist. Durch diese – differenzierte – Verbindung der beiden Pole entsteht eine neue – integrale – Qualität in der Beziehungseinheit. Unsere Klientin wählt als Verbindung von Erfolg und Gemeinschaft das Gefühl von Anerkennung und setzt sich das Ziel: „Ich anerkenne meinen Erfolg in der Gemeinschaft.“

4. Ausgleichsprozess:
Mittels spezifischen Techniken aus den 5 Balancebereichen Struktur, Muster, Erkenntnis, Visualisationen und Ergänzungen wird die Selbstregulation angeregt. Dabei nutzen wir die vorhandene Spannung in der Blockierung für eine Neuorganisation des Systems in Richtung der gewünschten Entwicklung. Zur Vertiefung der Erkenntnis integrieren wir die Technik nach Bedarf in das Entwicklungsprofil. Bei unserer Klientin besteht der Ausgleich in einer Balance von dominantem Blau auf der Ebene der Macht im Muster des Wurzelchakras.

5. Prozessunterstützung: Wir bestimmen unterstützende Massnahmen, welche die Integration des Themas in den Alltag fördern. Bei unserer Klientin testen wir die Aufgabe, eine Visualisationsübung im Bereich des Kniegelenks anzuwenden.

Dominik Schenker
Strengigartenweg 26B
CH-4123 Allschwil

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